Parodontalerkrankungen und Systemische Erkrankungen

Erfahren Sie hier mehr über die Zusammenhänge

Es wird angenommen, dass Parodontalerkrankungen Auswirkungen auf viele verschiedene Systemerkrankungen haben. Auf dieser Website werden einige der Forschungsarbeiten vorgestellt, die Verbindungen zu den häufigeren Krankheiten nahelegen. Es wurden verschiedene Wege beschrieben, um Parodontalerkrankungen mit verschiedenen systemischen Krankheiten in Verbindung zu bringen. Parodontitis aktiviert das Immun- und Entzündungssystem, was zu einer systemischen Entzündung führt. Die systemische Entzündung könnte die plausible Erklärung für den Zusammenhang zwischen Parodontitis und anderen Erkrankungen sein. Wir wissen, dass Parodontalerkrankungen zur systemischen Entzündung beitragen und dass sich dies negativ auf den gesamten Körper auswirkt. Parodontitis und andere systemische Erkrankungen teilen viele Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes und zunehmendes Alter. Parodontitis ist, wie viele der systemischen Erkrankungen, multifaktoriell, was die Diskussion über Ätiologie, Verlauf und Evidenz komplex macht.

Bui et al. 2019, Hedge and Awan 2019, Sabharwal et al. 2018, Herrera et al. 2018, Holmstrup et al. 2017, Igari et al. 2014

Mund

Parodontalerkrankungen und Systemische Erkrankungen

Es wird angenommen, dass Parodontalerkrankungen Auswirkungen auf viele verschiedene Systemerkrankungen haben. Auf dieser Website werden einige der Forschungsarbeiten vorgestellt, die Verbindungen zu den häufigeren Krankheiten nahelegen. Es wurden verschiedene Wege beschrieben, um Parodontalerkrankungen mit verschiedenen systemischen Krankheiten in Verbindung zu bringen. Parodontitis aktiviert das Immun- und Entzündungssystem, was zu einer systemischen Entzündung führt. Die systemische Entzündung könnte die plausible Erklärung für den Zusammenhang zwischen Parodontitis und anderen Erkrankungen sein. Wir wissen, dass Parodontalerkrankungen zur systemischen Entzündung beitragen und dass sich dies negativ auf den gesamten Körper auswirkt. Parodontitis und andere systemische Erkrankungen teilen viele Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes und zunehmendes Alter. Parodontitis ist, wie viele der systemischen Erkrankungen, multifaktoriell, was die Diskussion über Ätiologie, Verlauf und Evidenz komplex macht.

Bui et al. 2019, Hedge and Awan 2019, Sabharwal et al. 2018, Herrera et al. 2018, Holmstrup et al. 2017, Igari et al. 2014

Bauchspeicheldrüse

Diabetes

Diabetes ist durch eine verminderte Fähigkeit zur Verstoffwechselung von Kohlenhydraten aus der Nahrung und der Leber gekennzeichnet und führt zu einem anormalen Glukosespiegel im Blutkreislauf. Bei den Betroffenen führen sowohl kurz- als auch langfristig instabile Glukosespiegel im Blut zu schwerwiegenden Komplikationen.

Studien deuten auf einen bidirektionalen Zusammenhang zwischen Diabetes und Parodontalerkrankungen hin, der mittlerweile gut erforscht ist. Parodontitis erhöht das Risiko für Diabetes, und Diabetes erhöht das Risiko für Parodontitis, insbesondere bei einem schlecht eingestellten Diabetes. Bei Diabetikern mit Parodontitis ist das Risiko für diabetische Komplikationen wie Augen-, Nieren- oder Herzprobleme erhöht.

Der parodontale Entzündungsprozess wirkt sich negativ auf die glykämische Kontrolle aus, und Patienten mit Parodontitis haben ein höheres Risiko, an Typ-II-Diabetes zu erkranken.

Diabetiker, die sich einer Parodontalbehandlung unterziehen und täglich eine effektive Mundhygiene praktizieren, haben über mehrere Monate hinweg einen niedrigeren Blutzuckerspiegel.

Alle Patienten profitieren von einer Parodontalbehandlung und einer guten Mundhygiene, da sich auf diese Weise die vermeidbare Krankheitslast der systemischen Entzündung im Rahmen der Parodontalerkrankung reduzieren lässt.

EFP 2019, Graziani et al. 2018, Sanz et al. 2018, D’Auito et al. 2018, Polak and Shapira 2018

Herz

Kardiovaskuläre Erkrankungen

Bei der Atherosklerose kommt es zu Plaqueablagerungen in den Arterien, die zu einer Verengung und Verhärtung der Gefäße führen. Entzündungsprozesse spielen bei der Entstehung sämtlicher Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt eine entscheidende Rolle.

Es existieren überzeugende Beweise für eine Assoziation zwischen Parodontalerkrankungen und diversen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In mehreren Studien wurde DNA von parodontalen Keimen in atherosklerotischer Plaque von Patienten mit chronischer Parodontitis nachgewiesen. Studien deuten darauf hin, dass bei Personen, die an Parodontalerkrankungen leiden, ein erhöhtes Risiko für verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht. Die Erhöhung systemischer Entzündungsmarker und die Aktivierung des Immunsystems durch Parodontalerkrankungen wirken sich negativ auf die Arterien aus. Zahlreiche Forschungsarbeiten bestätigen diese Zusammenhänge, nicht aber die Kausalität.

Wenngleich bislang keine Beweise dafür existieren, dass eine Parodontalbehandlung das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse senkt, unterstützen Forschungsergebnisse die Annahme, dass eine Parodontalbehandlung und eine gute Mundhygiene das Niveau verschiedener kardiovaskulärer Risikomarker senken und das atherosklerotische Profil verbessern können.

Alle Patienten profitieren von einer Parodontalbehandlung und einer guten Mundhygiene, da sich auf diese Weise die vermeidbare Krankheitslast der systemischen Entzündung im Rahmen der Parodontalerkrankung reduzieren lässt.

Aarabi et al. 2018, Carrizales-Sepu´ lveda et al. 2018, Atarbashi-Moghadan et al. 2018, Li et al. 2017, Xu et al. 2017, Merchant and Virani 2017, Scmitt et al. 2015, Teeuw et al. 2014

Hände

Rheumatoide Arthritis

Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, die sich auf die Gelenke auswirkt. Sie zeichnet sich durch schmerzhafte Entzündungen aus und führt zu einer Deformation der Gelenke. Auch andere Körperstellen wie Speicheldrüsen, Nervengewebe, Haut und Blutgefäße können geschädigt werden. Die rheumatoide Arthritis ist wie die Parodontitis eine chronisch entzündliche Erkrankung mit Ähnlichkeiten in Bezug auf die Mechanismen.

Die Belege hinsichtlich eines bidirektionalen Zusammenhangs sind widersprüchlich; einige Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die systemische Entzündung bei Patienten mit rheumatoider Arthritis die Entwicklung von Parodontalerkrankungen beschleunigen könnte. Man weiß, dass eine bestimmte in Parodontaltaschen vorkommende orale Bakterienart, Porphyromonas gingivalis, die Fähigkeit zur Produktion spezifischer Proteine besitzt, die zur Bildung schädlicher Autoantigene beitragen können, welche ihrerseits maßgeblich an der Pathogenese der rheumatoiden Arthritis beteiligt sind.

Die rheumatoide Arthritis ist eine komplexe Erkrankung, und die von den Betroffenen eingenommenen Medikamente können sich ebenfalls auf die Parodontitis auswirken.

Bezüglich der Frage, ob sich die Krankheitsaktivität der rheumatoiden Arthritis durch eine Behandlung der Parodontitis reduzieren lässt und vice versa, existieren widersprüchliche Ergebnisse.

Alle Patienten profitieren von einer Parodontalbehandlung und einer guten Mundhygiene, da sich auf diese Weise die vermeidbare Krankheitslast der systemischen Entzündung im Rahmen der Parodontalerkrankung reduzieren lässt.

Cosgarea et al. 2018, Cheng et al. 2017, Tang et al. 2017

Magen

Ungünstige Schwangerschaftsverläufe und geringes Geburtsgewicht

Viele Frauen leiden an einer Schwangerschaftsgingivitis. Sie tritt meist im zweiten Trimester auf und hängt mit den hormonellen Veränderungen im Körper zusammen. Die Symptome einer Schwangerschaftsgingivitis sind identisch mit jenen der Plaque-induzierten Gingivitis, allerdings reagiert das Zahnfleisch im Verhältnis zur Menge des dentalen Biofilms übermäßig stark.

Hinweise lassen einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und ungünstigen Schwangerschaftsverläufen vermuten, die Datenlage ist allerdings schwach.

Wissenschaftliche Studien mit schwangeren Frauen konnten nicht klären, ob eine Parodontalbehandlung zu einer Verringerung des Auftretens von Schwangerschaftskomplikationen beiträgt. Allerdings könnte die Parodontalbehandlung bei Frauen mit einem hohen Risiko für ein geringes Geburtsgewicht oder Frühgeburtlichkeit einen positiven Effekt haben.

Eine Parodontalbehandlung während der Schwangerschaft ist unbedenklich und vorzugsweise im zweiten Trimester durchzuführen. Sie stellt auch eine gute Gelegenheit dar, um die Bedeutung einer guten Mundhygiene hervorzuheben.

Die Schwangerschaft ist auch ein idealer Zeitpunkt, um neue und bessere Gewohnheiten anzunehmen. 2018 hat die Europäische Föderation für Parodontologie Leitlinien für Dentalprofis, aber auch Empfehlungen für schwangere Frauen veröffentlicht.

Alle Patienten profitieren von einer Parodontalbehandlung und einer guten Mundhygiene, da sich auf diese Weise die vermeidbare Krankheitslast der systemischen Entzündung im Rahmen der Parodontalerkrankung reduzieren lässt.

Manrique-Corredor et al. 2019, EFP Guidelines 2018, Iheozor-Ejiofor et al. 2017, Corbella et al. 2016

Niere

Chronische Nierenerkrankungen

Bei der chronischen Nierenerkrankung kommt es zu einer fortschreitenden Einschränkung der Nierenfunktion bis hin zur endgültigen Niereninsuffizienz, die mittels Dialyse oder Transplantation behandelt werden muss. Zu den Risikofaktoren zählen systemische Entzündungen, (zunehmendes) fortgeschrittenes Alter, Rauchen, Bluthochdruck und (unkontrollierter) schlecht eingestellter Diabetes.

Einige Hinweise deuten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Parodontitis und chronischer Nierenerkrankung hin, aber die Evidenz für einen bidirektionalen Zusammenhang ist gering. Die Mechanismen, die diese beiden Krankheiten miteinander verbinden, sind nicht vollständig bekannt. Es wird allerdings vermutet, dass die chronische niedriggradige systemische Entzündung durch Parodontitis und/oder die oralen Bakterien eine Entzündungsreaktion und ein Fortschreiten der Nierenerkrankung auslösen.

Alle Patienten profitieren von einer Parodontalbehandlung und einer guten Mundhygiene, da sich auf diese Weise die vermeidbare Krankheitslast der systemischen Entzündung im Rahmen der Parodontalerkrankung reduzieren lässt.

Kapellas et al. 2019, Chambrone et al. 2013

Kopf

Neurodegenerative Erkrankungen

Bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson handelt es sich um eine Gruppe von Krankheiten, die zu einem allmählichen Verlust der Gehirnfunktion führen und sowohl die körperliche als auch die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Eine wesentliche Komponente beider Erkrankungen ist die Neuroinflammation.

Die Alzheimer-Krankheit ist eine neurodegenerative Form der Demenz mit unbekannter Ätiologie. Sie ist durch einen neuronalen Verlust und die Bildung seniler Plaques im Gehirn gekennzeichnet. Zu den Risikofaktoren zählen Alter, familiäre Disposition und Stress. Die Neuroinflammation gilt als einer der Hauptfaktoren der Alzheimer-Krankheit.

Bei der Parkinson-Krankheit kommt es mit fortschreitender Degeneration der Nervenzellen zu Bewegungsstörungen, kognitiven und psychischen Symptomen sowie im fortgeschrittenen Stadium zur Demenz.

Die aktuelle Forschung über die möglichen Zusammenhänge zwischen neurodegenerativen Erkrankungen und Parodontalerkrankungen legt nahe, dass die mit beiden Erkrankungen verbundenen systemischen Entzündungen (in irgendeiner Weise) miteinander in Verbindung gebracht werden könnten.

Alle Patienten profitieren von einer Parodontalbehandlung und einer guten Mundhygiene, da sich auf diese Weise die vermeidbare Krankheitslast der systemischen Entzündung im Rahmen der Parodontalerkrankung reduzieren lässt.

Singhrao and Olsen 2019, Ranjan et al.2018, Ganesh et al. 2017, Teixeira et al. 2017, Kaur et al. 2016

Lunge

Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung ist eine entzündliche Erkrankung mit eingeschränkter Lungenfunktion, bei der Luft in der Lunge eingeschlossen und das Lungengewebe langsam abgebaut wird. Sie ist durch eine fortschreitende Verschlechterung gekennzeichnet. Aufgrund der demografischen Alterung ist zu erwarten, dass die Zahl der Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung zunehmen wird.

Parodontitis und chronisch obstruktive Lungenerkrankungen weisen gemeinsame Risikofaktoren wie Rauchen, zunehmendes Alter, Fettleibigkeit und einen niedrigen sozioökonomischen Status auf. Einige Studien haben eine positive Assoziation zwischen den beiden Erkrankungen gezeigt.

Als mögliche gemeinsame Pathomechanismen werden unter anderem zirkulierende Entzündungsstoffe und die Aspiration oraler Pathogene in die Lunge diskutiert.

Alle Patienten profitieren von einer Parodontalbehandlung und einer guten Mundhygiene, da sich auf diese Weise die vermeidbare Krankheitslast der systemischen Entzündung im Rahmen der Parodontalerkrankung reduzieren lässt.

Spiropoulou et al. 2019, Moghadam et al. 2017, Hobbins et al. 2017

Krebserkrankungen

Es besteht ein zunehmendes Interesse an dem Zusammenhang zwischen Parodontitis und dem allgemeinen Krebsrisiko. Viele Übersichtsarbeiten haben einen Zusammenhang festgestellt, eindeutige Belege gibt es bislang allerdings kaum. Parodontalerkrankungen und Krebs teilen zahlreiche gemeinsame Risikofaktoren wie Alter, Rauchen, Alkoholkonsum und familiäre Disposition. Zwar steht die systemische Entzündung im Vordergrund, doch viele Studien befassen sich auch mit verschiedenen oralen Pathogenen als potenzielle Erklärung für die Zusammenhänge zwischen Parodontalerkrankungen und verschiedenen Krebsarten.

Alle Patienten profitieren von einer Parodontalbehandlung und einer guten Mundhygiene, da sich auf diese Weise die vermeidbare Krankheitslast der systemischen Entzündung im Rahmen der Parodontalerkrankung reduzieren lässt.

Hoare et al. 2019, Corbella et al. 2018

Knie

Psoriasis

Die Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung der Haut mit unbekannter Ätiologie, die wahrscheinlich durch genetische und umweltbedingte Faktoren beeinflusst wird. Psoriasis erhöht das Risiko für andere systemische Erkrankungen wie Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen.

Einige Studien deuten darauf hin, dass Patienten mit Parodontitis ein erhöhtes Risiko für Psoriasis haben, die Datenlage ist allerdings bislang begrenzt. Der Zusammenhang zwischen den beiden Krankheiten könnte die chronische systemische Entzündung niedrigen Grades sein, die mit Parodontalerkrankungen einhergeht.

Alle Patienten profitieren von einer Parodontalbehandlung und einer guten Mundhygiene, da sich auf diese Weise die vermeidbare Krankheitslast der systemischen Entzündung im Rahmen der Parodontalerkrankung reduzieren lässt.

Brooks 2018, Ungprasert et al. 2017

Skelett

Osteoporose

Die Osteoporose führt zu einer Abnahme der Knochendichte und -qualität. Der Knochen wird zunehmend brüchig und porös, wodurch sich das Risiko eines Knochenbruchs erhöht. Osteoporose ist in der älteren Bevölkerung weit verbreitet, Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Zu den Risikofaktoren der Osteoporose zählen Alter, Geschlecht (die Osteoporose-Prävalenz ist bei postmenopausalen Frauen am höchsten), ein geringes Körpergewicht, ethnische Zugehörigkeit (weiße und asiatische Frauen sind eher gefährdet), Genetik, Bewegungsmangel, Alkoholkonsum, Rauchen sowie eine unzureichende Kalzium- und Vitamin-D-Zufuhr.

Die Forschung deutet insbesondere bei postmenopausalen Frauen auf einen Zusammenhang zwischen Parodontalerkrankungen und Osteoporose hin.

Parodontalerkrankungen und Osteoporose teilen diverse Risikofaktoren wie Alter, Rauchen, Genetik, Hormonveränderungen, Kalzium- und Vitamin-D-Mangel. Der zugrunde liegende Mechanismus ist jedoch nicht bekannt. Einige Hormone, insbesondere Östrogen, haben einen Einfluss auf die Knochenhomöostase, und auch beim Entzündungsprozess scheinen Hormone eine Rolle zu spielen.

Studien deuten auf eine positive Assoziation zwischen Osteoporose und Parodontalerkrankungen hin.

Alle Patienten profitieren von einer Parodontalbehandlung und einer guten Mundhygiene, da sich auf diese Weise die vermeidbare Krankheitslast der systemischen Entzündung im Rahmen der Parodontalerkrankung reduzieren lässt.

Goyal et al.2017, Wang and McCauley 2016

Lebensstil

Die Europäische Fachgesellschaft (Föderation) für Parodontologie (EFP) warb 2014 in ihrem Manifest „Parodontale Gesundheit für ein besseres Leben“ für einen Paradigmenwechsel in der Rolle des zahnmedizinischen Fachpersonals. Das Schlüsselelement des Manifests ist die „Prävention“, um insbesondere gegen altersbedingte chronisch-entzündliche Erkrankungen vorzugehen – die Förderung von Lebensstiländerungen mit dem Ziel, Fettleibigkeit und Rauchen zu reduzieren und gesunde Ernährung und Bewegung zu fördern. „Dentalexperten können Initiativen im Bereich der öffentlichen Gesundheit stärken, indem sie eine größere Rolle bei der Prävention und Frühintervention bei chronischen und langwierigen Erkrankungen wie Herzkrankheiten, Diabetes und Krebs spielen.“ Kurze und einfache Ratschläge zu allgemeinen gesundheitsfördernden Änderungen der Lebensweise sollten ein routinemäßiger Bestandteil der zahnärztlichen Praxis sein. „Den Dentalexperten und der Mundgesundheitsvorsorge kommt bei der Verbesserung der allgemeinen Gesundheit und des Wohlbefindens eine klar umrissene Rolle zu.“

Adipositas

Adipositas, eine chronische Stoffwechselerkrankung, und Übergewicht stellen ein wachsendes globales Gesundheitsproblem dar. Bei adipösen Patienten kommt es zu einer verstärkten Aktivierung des Entzündungssystems, das auch andere systemische Erkrankungen beeinflusst. Zahlreiche Betroffene erkranken im fortgeschrittenen Alter an Diabetes oder kardiovaskulären Erkrankungen.

Studien zeigen bei adipösen und übergewichtigen Patienten ein geringes, aber erhöhtes Risiko für das Einsetzen und Fortschreiten von Parodontalerkrankungen. Ob die Adipositas das Ergebnis der Parodontalbehandlung beeinflusst, ist ungewiss; die Ergebnisse widersprechen einander.

Alle Patienten profitieren von einer Parodontalbehandlung und einer guten Mundhygiene, da sich auf diese Weise die vermeidbare Krankheitslast der systemischen Entzündung im Rahmen der Parodontalerkrankung reduzieren lässt.

Martinez Herrera et al. 2017, Keller et al. 2015

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