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Zahnfleisch

Zahnfleischentzündung

Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Zahn- und Mundgesundheit hat einen großen Einfluss auf das körperliche und seelische Wohlbefinden. Immer neue Studien belegen zudem einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und Diabetes, Bluthochdruck und anderen Erkrankungen.

Die an der Entstehung von Parodontitis beteiligten Bakterien können also nicht nur zu Zahnverlust führen, sondern beeinflussen auch in anderen Körperregionen Abwehr- und Entzündungsvorgänge.

Zahnfleischentzündungen wirken sich also nicht nur auf die Mundgesundheit aus, sondern können im weiteren Verlauf zudem einen negativen Effekt auf die allgemeine Gesundheit des Körpers haben. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass Zahnfleischprobleme frühzeitig erkannt und behandelt werden.

An welchen Symptomen Sie eine Zahnfleischentzündung erkennen können, welche Ursachen und Risikofaktoren hierfür verantwortlich sind und welche Behandlungsmöglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen, sind die Themen dieses Artikels. Zudem erfahren Sie, wie Sie mit effektiven Prophylaxe-Maßnahmen einer Zahnfleischentzündung vorbeugen können.

Was ist eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis)
und was ist der Unterschied zur Parodontitis?

Eine Zahnfleischentzündung (auch Gingivitis) ist eine akute oder chronische Zahnfleischinfektion. In den meisten Fällen wird diese durch Bakterien verursacht. Seltener können auch Viren oder Pilze für deren Entstehung verantwortlich sein. Die Ursache einer Gingivitis ist in den meisten Fällen auf eine mangelnde Mundhygiene zurückzuführen. Doch auch Verletzungen des Zahnfleischs durch thermische oder mechanische Reize wie beispielsweise durch den Verzehr einer zu heißen Suppe oder einer leichten Verletzung durch das Reiben des Zahnfleischs an harten Speisen können eine Entzündung zur Folge haben

Durch die im Mund natürlicherweise vorhandenen Bakterien bildet sich an den Zähnen permanent und besonders nach dem Essen ein Zahnbelag, die sogenannte Plaque. Werden die Zähne nicht regelmäßig oder nur mangelhaft gereinigt, kann sich diese Plaque in Form von Zahnstein verfestigen. Dieser macht es Bakterien leicht, ins Zahnfleisch und tiefer in den Zahnhalteapparat zu gelangen und hier Entzündungen auszulösen. Besonders häufig betroffen sind der Übergang zwischen Zahn und Zahnfleischrand und der Zahnzwischenraum.

Eine Gingivitis erkennen Sie an einem geröteten und geschwollenen Zahnfleisch. Der Knochen ist dabei nicht betroffen. Gesundes Zahnfleisch hingegen ist blassrosa, straff, haftet fest am Zahnhals und erschwert dadurch den Zugang für Bakterien.

Mithilfe einer guten Mundhygiene und gründlichen Zahnreinigung lässt sich die akute Gingivitis in der Regel schnell und einfach beseitigen. Bleibt diese jedoch aus und wird die Entzündung des Zahnfleischs nicht frühzeitig behandelt, kann sich diese zu einer Parodontitis entwickeln. Bei einer Parodontitis ist nicht mehr nur das Zahnfleisch betroffen, die Entzündung ist in dem Fall auf den gesamten Zahnhalteapparat übergegangen, also auch auf die Zahnwurzel, die Haltefasern und den Knochen.

Im schlimmsten Fall kann eine unbehandelte Entzündung des Zahnhalteapparats zum Verlust der betroffenen Zähne sowie zu weiteren Krankheiten führen.

 

Symptome: Woran erkenne ich eine Zahnfleischentzündung?

Die Symptome einer Zahnfleischentzündung sind für Laien meist nur schwer erkennbar, denn die Gingivitis bereitet in der Regel keine Schmerzen und wird deshalb häufig übersehen. Um zu erkennen, ob eine Gingivitis vorliegt, muss der normale Zustand gesunden Zahnfleischs bekannt sein. Hierbei ist das Zahnfleisch blassrosa, straff, liegt fest am Zahn an und blutet nicht.

Ist Ihr Zahnfleisch dagegen gerötet, geschwollen und blutet leicht, ist eine Zahnfleischentzündung wahrscheinlich. Das Zahnfleischbluten tritt bei Berührung, z.B. während des Zähneputzens oder dem Verzehr harter Lebensmittel auf. Die Gingivitis lässt sich in eine akute und eine chronische Zahnfleischentzündung unterteilen. Eine akute Zahnfleischentzündung tritt meist plötzlich am Zahnfleischrand auf, tut aber selten weh. Von einer chronischen Zahnfleischentzündung dagegen spricht man, wenn diese bereits eine Woche oder noch länger vorliegt.

Folgende Symptome sind typisch für eine Zahnfleischentzündung:

  • Rötungen und Schwellungen am Zahnfleisch
  • Zahnfleischblutung
  • Weiches Zahnfleisch
  • Mundgeruch
gesundes Zahnfleisch

gesundes Zahnfleisch

Zahnfleischentzündung

Zahnfleischentzündung

Ursachen für Zahnfleischentzündungen

Für die Entstehung von Zahnfleischentzündungen gibt es verschiedene Ursachen, von denen die typischsten im Folgenden vorgestellt werden:

  • Unzureichende Mundhygiene: Unzureichende Mundhygiene zählt zu den häufigsten Ursachen für Zahnfleischentzündungen. Denn die im Mund vorhandenen Keime ernähren sich von den Speiseresten und verarbeiten diese im Zahnbelag, in welchem sie Giftstoffe, aggressive Stoffwechselprodukte und Säuren abgeben. Diese wiederum gelangen ins Zahnfleisch und verursachen dort eine Zahnfleischentzündung.
  • Zahnstein: Wird er nicht regelmäßig entfernt, haben es Bakterien auf der rauen Oberfläche des Zahnsteins noch leichter, sich anzusiedeln und zu vermehren. Durch die Ausbreitung des Zahnsteins unter dem Zahnfleisch kann es zur Bildung von Zahnfleischtaschen kommen. In diesem Fall handelt es sich bereits um eine Parodontitis.
  • Mechanische Reizung: Auch mechanische Reizungen können die Ursache für eine Gingivitis sein. So kann zu intensives Zähneputzen mit einer harten Zahnbürste oder auch Defekte an Füllungen und Zahnersatz eine Gingivitis zur Folge haben.

 

Risikofaktoren für eine Zahnfleischentzündung

Anders als vielfach vermutet, kann eine Gingivitis nicht nur durch mangelnde Mundhygiene hervorgerufen werden, sondern ebenfalls durch eine ganze Reihe weiterer Risikofaktoren.

Folgende Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an einer Zahnfleischentzündung zu erkranken:

  • Leukämie, Diabetes mellitus
  • geschwächtes Immunsystem, Stoffwechselstörungen
  • Karies, eng stehende Zähne
  • Alkoholkonsum und Rauchen
  • bestimmte Medikamente (z.B. Blutdrucksenker, Arzneien gegen Epilepsie, Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems)
  • hormonbedingte Veränderungen wie beispielsweise Pubertät oder Schwangerschaft, Anabolika
  • Unterernährung, Stress, Mangel an Vitamin C
  • Mundatmung und dadurch trockene Mundschleimhaut und Zunge, geringer Speichelfluss

 

Untersuchung und Diagnose von Zahnfleischentzündungen

Eine Zahnfleischentzündung erkennt das zahnärztliche Praxisteam in der Regel mit bloßem Auge. Um herauszufinden, wie weit die Zahnfleischentzündung bereits vorangeschritten ist, wird das Zahnfleisch mithilfe einer stumpfen Sonde untersucht. So wird überprüft, ob sich Zahnfleischtaschen gebildet haben, in denen sich Zahnstein und Bakterien ansiedeln.

Liegt die Zahnfleischentzündung bereits seit längerer Zeit vor, findet eine Röntgenuntersuchung des Kiefers statt. Damit wird erkannt, ob es bereits zu Knochenverlust gekommen ist und sich eine Parodontitis entwickelt hat. Außerdem stehen dem Praxisteam unterschiedliche Plaque- und Entzündungsindizes zur Verfügung, mithilfe derer die Krankheit und ihr Verlauf bestimmt und kontrolliert werden können.

 

Folgen einer Zahnfleischentzündung

Zwar lässt sich eine Zahnfleischentzündung gut und in den meisten Fällen durch einfache Maßnahmen beheben. Unbehandelt kann sie sich jedoch zu einer Parodontitis entwickeln.

Ein großer Teil der Deutschen leidet im Laufe des Lebens unter Parodontitis. Da die Parodontitis in den meisten Fällen zunächst keine Schmerzen verursacht, ist vielen Menschen lange Zeit gar nicht bewusst, dass Sie unter der Erkrankung leiden. Dabei hat Parodontitis nicht nur für die Ästhetik und das allgemeine Wohlbefinden, sondern hat zudem negativen Einfluss auf weitere Krankheiten wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes.

 

Parodontitis

  • Bei einer Parodontitis ist die Entzündung des Zahnfleisches bereits auf den Zahnhalteapparat übergegangen.
  • In diesem fortgeschrittenen Stadium ist also nicht mehr nur das Zahnfleisch, sondern auch der Kieferknochen entzündet. Im schlimmsten Fall kann es lokal oder generalisiert zur Lockerung der Zähne und zu Zahnverlusten zu kommen.
  • Diabetes und Rauchen sorgen für ein erhöhtes Risiko, dass sich aus einer Zahnfleischentzündung eine Parodontitis entwickelt.
  • Um Zahnverlust und Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit zu vermeiden, ist eine zahnärztliche Behandlung unumgänglich. Auch nach einer erfolgreichen Therapie sind eine lebenslange intensive häusliche Zahnpflege sowie eine regelmäßige professionelle Unterstützung unverzichtbar.

 

Behandlung von Zahnfleischentzündungen

Sowohl bei einer Gingivitis als auch bei einer Parodontitis kommt der häuslichen Mundhygiene eine hohe Bedeutung zu. Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V. (DGZMK) empfiehlt eine systematische und gründliche Reinigung unter Verwendung geeigneter Hilfsmittel.

Eine akute Zahnfleischentzündung in Folge von Plaque klingt nach optimaler häuslicher Zahnpflege häufig auch ohne zahnärztliche Intervention nach ein paar Tagen wieder ab.

Der täglichen Zahnreinigung und Mundpflege kommt deshalb eine besonders hohe Bedeutung zu. So sollten Sie Ihre Zähne mindestens zweimal täglich putzen und zusätzlich die Zahnzwischenräume mindestens einmal am Tag mit einem geeigneten Hilfsmittel wie Interdentalbürsten, Dental Picks oder Zahnseide reinigen.

Als besonders hilfreich für die Beseitigung von Plaque, welche für die Entstehung von Zahnfleischbluten verantwortlich ist, haben sich Interdentalbürsten erwiesen. Diese ermöglichen eine intensive und effektive Reinigung, mithilfe derer Zahnfleischentzündungen erfolgreich gestoppt werden können. Hören die Blutungen trotzdem nach ein bis zwei Wochen nicht auf, sollten Sie zur Abklärung eine Zahnarztpraxis aufsuchen.

Bei der Wahl der Handzahnbürste sollten Sie darauf achten, dass diese abgerundete Borstenenden besitzt, da durch deren Verwendung Verletzungen des Zahnfleischs und damit auch Zahnfleischentzündungen vorgebeugt werden können. Die den Zahnzwischenraum begrenzenden Flächen eines Zahns machen ungefähr 40 Prozent der Zahnoberfläche aus. Da diese mit einer Zahnbürste nicht richtig erreicht werden, entstehen hier schnell bakterielle Zahnbeläge, die zu Zahnfleischentzündungen und schließlich zur Parodontitis führen können.

 

Damit es soweit nicht kommt, sollten die Zahnzwischenräume täglich mit einer Interdentalbürste gereinigt werden, da ihre Borsten den Zahnzwischenraum optimal ausfüllen und somit die Reinigung besonders gründlich und effizient ist. Die Interdentalbürste ist auch als Zahnzwischenraumbürste bekannt. Konkret handelt es sich um eine kleine Bürste in verschiedenen Größen/Farben, mit der alle Zahnzwischenräume ganz einfach und schonend gereinigt werden.

Ist die Zahnfleischentzündung bereits zu einer Parodontitis übergegangen, reicht die häusliche Zahnpflege nicht mehr aus. Eine umfassende Beratung sowie Behandlung durch einen Zahnarzt ist hierfür unerlässlich und wird dringend empfohlen.

 

Zahnfleischentzündungen vorbeugen

Zur Vorbeugung einer Zahnfleischentzündung stehen Ihnen verschiedene, effektive Maßnahmen zur Verfügung, welche im Folgenden vorgestellt werden:

 

Tägliche Mundpflege

Eine gewissenhafte Mundpflege ist das A und O bei der Prophylaxe von Zahnfleischentzündungen. Werden die Zähne zweimal täglich gründlich gereinigt, können Zahnbeläge, welche die Auslöser der meisten Zahnfleischerkrankungen sind, zuverlässig entfernt werden.

Wir empfehlen, die Zähne morgens nach dem Frühstück sowie abends vor dem Zubettgehen zu putzen. Einmal am Tag sollten Sie Ihre Zahnzwischenräume zudem mit Interdentalbürsten oder Dental Picks reinigen. Sind selbst die kleinsten Größen zu groß für Ihre Zwischenräume kann Zahnseide die geeignetere Wahl sein. Auch die unterstützende Anwendung einer individuell geeigneten Mundspülung ist grundsätzlich empfehlenswert.

Hier finden Sie unsere Auswahl geeigneter Produkte zur täglichen Mundpflege:

Welche Hilfsmittel für Ihre individuellen Bedürfnisse am besten geeignet sind, besprechen Sie am besten mit Ihrem zahnärztlichen Praxisteam.

Regelmäßige Besuche in der Zahnarztpraxis

Um Zahnfleischentzündungen vorzubeugen, sollten Sie regelmäßige Besuche in Ihrer Zahnarztpraxis einplanen. Nur wenn der Mundraum immer wieder untersucht wird, können Erkrankungen wie Karies oder Parodontitis rechtzeitig erkannt und entsprechende Therapien eingeleitet werden.

Mit der regelmäßigen Durchführung einer professionellen Zahnreinigung werden festhaftende Beläge gründlich entfernt und Plaque-Bakterien wird ihre weitere Ausbreitung erschwert.

Süßigkeiten reduzieren

Die in der Plaque vorhandenen Bakterien ernähren sich von Zucker und können sich durch häufigen Verzehr von Süßigkeiten oder versteckten Kohlenhydraten ungehindert vermehren.

Die von den Plaque-Bakterien produzierten Stoffwechselprodukte reizen das Zahnfleisch und können eine Entzündung auslösen.

Die Vermehrung dieser Bakterien können Sie einschränken, indem Sie möglichst selten Zucker zu sich nehmen.

Mit dem Rauchen aufhören

Dass Rauchen gesundheitsschädigend ist, ist weit bekannt. Auch Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch leiden unter Tabakkonsum.

So haben Raucher*innen ein erhöhtes Risiko, an einer Zahnfleischentzündung oder Parodontitis zu erkranken. Zudem schwächt Rauchen das Immunsystem und reduziert die Zahnfleischdurchblutung, wodurch sich die Plaque-Bakterien besonders einfach ausbreiten können. Dies wiederum fördert ebenfalls Zahnfleischentzündungen. Raucher*innen haben seltener Zahnfleischblutungen, daher können sie Zahnfleischentzündungen selbst schlechter erkennen.

Stärkung des Immunsystems

Ein starkes Immunsystem kann sich besser gegen entzündungsfördernde Bakterien wehren als ein geschwächtes.

Zur Vorbeugung von Zahnfleischentzündungen und Parodontitis sollten Sie deshalb unbedingt auch Ihr Immunsystem stärken. Dies erreichen Sie am besten mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung, ausreichend Schlaf und dem regelmäßigen Abbau von Stress beispielsweise in Form von Sport oder Entspannungsübungen.

Fazit

Wenn Sie unter einer Zahnfleischentzündung leiden, gibt es gute Nachrichten:

In den meisten Fällen können Sie mit einfachen Maßnahmen selbst dazu beitragen, dass die Entzündung schnell wieder verschwindet. So können Sie bereits mit einer täglichen Mundhygiene viel erreichen.

Besonders erfolgsentscheidend ist dabei der Einsatz geeigneter Hilfsmittel wie Interdentalbürsten, Zahnseide oder Dental Picks, welche auch zur Vorbeugung einer Gingivitis bestens geeignet sind.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung geschlechtsspezifischer Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für jegliche Geschlechter.

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