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Mundgeruch (Halitosis)

Mundgeruch ist ein oftmals stigmatisiertes und dadurch für viele Menschen ein sehr unangenehmes Thema. Die Betroffenen bemerken die Symptome häufig als letztes, während das Umfeld das Thema ungern direkt anspricht. Tatsächlich leiden jedoch ca. 40% der Menschen in Deutschland an Halitosis – weltweit sind es sogar mehr als die Hälfte (50-65%).


Die gute Nachricht ist: In den meisten Fällen können Mundgeruch-Symptome bereits mit Hilfe der richtigen Mundhygiene und Ernährung behandelt werden.

 

Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen zum Thema Mundgeruch, auch als Halitosis bekannt, auf einen Blick zusammengestellt.

Lesen Sie mehr über typische Symptome, mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Sie erhalten hilfreiche Tipps für die effektive Mundhygiene gegen schlechten Atem.

 Alle Inhalte sind von unserem zahnmedizinischen Team überprüft.

Mundgeruch – Typische Symptome

Obwohl Mundgeruch ein weitverbreitetes Problem ist, bleibt es bis heute ein Tabu-Thema. Stigmatisierung kann das Gespräch für Betroffene erschweren, daher ist es wichtig, die verschiedenen Symptome zu erkennen, bevor Sie ihnen richtig entgegenwirken.

 

Säuerlicher, fauliger oder fäkaler Mundgeruch

Ein anhaltender Mundgeruch, der säuerlich, faulig oder sogar fäkal riecht, deutet oft auf eine unzureichende Mundhygiene oder fehlenden Speichelfluss hin. Achten Sie daher darauf, regelmäßig und gründlich die Zähne, Zahnzwischenräume und Zunge zu reinigen sowie ausreichend Wasser zu trinken, um den Speichelfluss zu unterstützen.

 

Mundgeruch am Morgen

Dies ist wohl der verbreitetste unter den verschiedenen Arten der Halitosis. Sie ist weniger langanhaltend und kann dadurch entstehen, dass wir über Nacht keine Flüssigkeiten zu uns nehmen. Beim Schlafen mit offenem Mund ist der Speichelfluss besonders reduziert, was den Geruch intensivieren kann.

 

Mundgeruch trotz Zähneputzen

Regelmäßiges und gründliches Zähneputzen ist ein guter erster Schritt gegen anhaltenden Mundgeruch. Allerdings liegen auch auf der Zunge und in Zahnzwischenräumen viele Bakterien, die durch eine Zahnbürste allein nicht entfernt werden.

Die Nutzung von Zungenreinigern, Interdentalbürsten, Zahnseide und Mundspülung können Ihnen hier weiterhelfen. Als schnellen Test für Mundgeruch können Sie an Ihrer gerade verwendeten Inderdentalbürste oder an einem Stück Zahnseide riechen.

Mundgeruch kann in verschiedenen Phasen des Lebens auftauchen, etwa wenn die Weisheitszähne wachsen oder während der Schwangerschaft. Die Ursachen hierfür liegen meist in der Mundhöhle oder im Rachen. Zähneputzen allein hilft meist nicht gegen die Symptome des schlechten Atems.

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Ursachen von Mundgeruch

Viele Menschen, die an Halitosis leiden, machen sich Sorgen, dass das Problem von Magenproblemen ausgelöst wird. Tatsächlich gehören aber ein verminderter Speichelfluss sowie unzureichende Mundhygiene zu den häufigsten Ursachen.

 

Woher kommt Mundgeruch?

In rund 85% der Fälle kommt es von einer unzureichenden Mundhygiene, der Ernährung oder zu wenig Wasser. In Fällen, wo Mundgeruch im Mund ausgelöst wird, spricht man von einer intraoralen Halitosis.

Unangenehm riechende Schwefelverbindungen entstehen im Mund, wenn anaerobe Bakterien, die für die erste Verdauung in der Mundhöhle zuständig sind, nicht richtig entfernt werden. Vor allem bei einer sehr eiweißhaltigen Ernährung scheiden diese Bakterien schwefelhaltige Verbindungen aus, was den Atem unangenehm riechen lässt.

Besonders wohl fühlen sich die Bakterien auf der Zunge und in Zahnzwischenräumen, wo Essensreste durch den Speichel nur schwer zersetzt werden. Die Zahnbürste erreicht die dort entstandenen Zahnbeläge nicht, wodurch sie länger bestehen bleiben und Gerüche bilden. Über längere Zeiträume kann in diesen Bereichen folglich auch Karies entstehen.

 

Entzündliche Vorgänge wie eine Parodontitis oder Karies sind nachvollziehbare Gründe für die intraorale Halitosis. Tatsächlich aber ist in den häufigsten Fällen etwas anderes verantwortlich: der Biofilm auf der Zunge.

Dr. Ralf Seltmann, Zahnarzt und Senior Manager Clinical Affairs bei TePe D-A-CH

 

Kaffee, Knoblauch und Co.: Mundgeruch durch Lebensmittel

Neben eiweißhaltigen Lebensmitteln sind auch Knoblauch, Kaffee, Zwiebeln und Rauchen ein bekannter Auslöser für Mundgeruch. Wenn Sie jeden Tag ausreichend Wasser trinken und Zähne, Zahnzwischenräume sowie die Zunge gründlich reinigen, können die unangenehmen Gerüche jedoch schnell behoben werden.

 

Welche Krankheiten verursachen Mundgeruch?

In weitaus weniger Fällen kann Halitosis auch chronische oder akute Krankheiten als Ursache haben, die vom Magen oder der Speiseröhre stammen. Dazu zählen unter anderem:

  • Sodbrennen
  • Speiseröhrendivertikel
  • Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
  • Magengeschwüre
  • Stress

Zudem gibt es bestimmte Medikamente wie Lithiumsalze, Griseofulvin, Antihistaminika, Metronidazol und Bisphosphonate, die zu Mundtrockenheit führen. Der verminderte Speichelfluss trägt dazu bei, dass sich Schwefelverbindungen im Mund weiter ausbreiten.

 

Sollten Sie individuelle Fragen oder Probleme haben, empfehlen wir Ihnen, direkt mit Ihrem Zahnarzt oder dem Hausarzt zu sprechen und sich zum Thema Mundhygiene persönlich beraten zu lassen.

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Was sind die Folgen von Mundgeruch?

Mundgeruch kann durch Stigmatisierung und Scham unter Umständen zu Isolation führen und über längere Zeiträume Auswirkungen auf unser allgemeines Wohlbefinden haben.

Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass Mundgeruch in den meisten Fällen schnell behandelt werden kann. Sprechen Sie am besten offen mit Ihrem Zahnarzt über das Thema und lassen Sie sich persönlich beraten.

Bitte beachten Sie: Wenn Sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen, können Sie Mundgeruch selbst stärker wahrnehmen. Die Ursachen hierfür liegen ebenfalls meist an der Ernährung, einem zu geringen Speichelfluss oder an geruchsbildenden Bakterien auf der Zunge und in Zahnzwischenräumen.

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Mundgeruch effektiv behandeln & vorbeugen

Meist kann die Behandlung schnell erfolgen und sie erfordert oft nur eine Umgewöhnung der täglichen Mundhygiene. Ein gründliches Zähneputzen ist der erste Schritt, sollte jedoch immer von einer Reinigung der Zunge, der Zahnzwischenräume und der Mundhöhle unterstützt werden, um alle Bereiche des Munds zu reinigen.

Folgen Sie unserem Schritt-für-Schritt-Leitfaden zur optimalen Mundhygiene und beseitigen Sie die Symptome von Mundgeruch.

 

Mit der richtigen Mundhygiene Mundgeruch behandeln

Die ideale Reihenfolge für Ihre Mundhygiene hilft Ihnen dabei, Mundgeruch loszuwerden und Tag für Tag ein gesundes Lächeln zu bewahren:

1. Interdentalbürsten anwenden

Interdentalbürsten entfernen Plaque gründlicher als Zahnseide und sollten am besten einmal täglich ohne Zahncreme angewendet werden.

Führen Sie dazu die Bürste in jedem Zahnzwischenraum vor und zurück und achten Sie darauf, dass die Bürsten ohne großen Druck in die Zwischenräume passen und dass Sie sie nach jedem Zwischenraum unter fließendem Wasser reinigen.

2. Zahnseide nutzen

Wenn die kleinste Interdentalbürste nicht in Ihre Zwischenräume passt, nutzen Sie am besten Zahnseide.

Auch diese wird vor dem Zähneputzen angewendet. Sie können damit Zahnbeläge entfernen, indem Sie das Tape zwischen Daumen und Zeigefinger spannen und vorsichtig mehrmals vor und zurück ziehen, um in den Zwischenraum zu gelangen.

Sobald die Zahnseide im Zwischenraum ist, bewegen Sie sie hoch und runter, ohne dabei über den Zahnfleischrand hinauszugehen.

3. Zähneputzen

Zweimal täglich Zähneputzen für 2-3 Minuten: Für die meisten gehört das schon zur Routine.

Achten Sie darauf, dass Sie systematisch vorgehen, z.B. die Reinigung stets an derselben Stelle beginnen und beenden. Bewährt ist auch die sogenannte KAI-Methode: Kau-, Außen- und dann die Innenflächen. So entfernen Sie Zahnbeläge am effektivsten.

Vergessen Sie dabei nicht den Zahnfleischrand. Insbesondere die Innenseiten im Unterkiefer werden oft vernachlässigt.

Wechseln Sie unbedingt spätestens alle drei Monate Ihre Zahnbürste.

4. Zungenreiniger

Mit einem Zungenreiniger können Sie Bakterien von der Zungenoberfläche entfernen.

Etwa 60-80% der Bakterien in der Mundhöhle befinden sich auf der Zunge und sind bei vielen Betroffenen der Hauptauslöser.

Nutzen Sie den Zungenreiniger einmal täglich auf der ausgestreckten Zunge – von hinten nach vorne.

5. Mundspülung

Nachdem Sie alle Bereiche in der Mundhöhle gereinigt haben, nutzen Sie eine fluoridhaltige Mundspülung, um zur Zahnschmelzhärtung beizutragen und die Neubildung von Zahnbelägen zu verzögern.

 

Lesen Sie weitere Details zu den verschiedenen Schritten in unserem offiziellen Step-by-Step-Leitfaden zum Thema Richtig Zähneputzen.

Mundspülung gegen Mundgeruch

Eine Mundspülung kann dazu beitragen, unangenehme Gerüche im Mund zu entfernen und ein frischeres Mundgefühl erzielen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die Mundspülung allein keine gründliche Mundhygiene ersetzt, sondern nur ergänzend nach der Reinigung der Zwischenräume, der Zähne sowie der Zunge genutzt werden sollte. So erreicht sie alle bereits gereinigten Bereiche der Mundhöhle und der Zwischenräume am besten.

 

Hausmittel gegen Mundgeruch

Neben einer optimalen Mundhygiene gibt es auch einige Hausmittel, die eine kurzfristige Unterstützung für die gesunde Mundflora bieten können. Pfefferminz- und Kamillentee verhelfen Ihnen für kurze Zeit zu einem frischeren Atem, allerdings sollten solche Hausmittel nur als Zusatz zur Mundhygiene genutzt werden.

 

Bei der Therapie von Mundgeruch muss auch die Basis-Mundhygiene stimmen. Zweimal täglich Zähneputzen entfernt etwa 60% des bakteriellen Biofilms auf den Zähnen. Und die Zahnzwischenräume, wo die Zahnbürste nicht hinkommt, sollten gründlich mit Interdentalbürsten gereinigt werden, am besten einmal am Tag. Denn je weniger schädliche Bakterien im Mundraum siedeln, desto besser für den Atem – und desto geringer das Risiko für Erkrankungen im Mundraum.

Dr. Ralf Seltmann, Zahnarzt und Senior Manager Clinical Affairs bei TePe D-A-CH

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Mundgeruch in der Schwangerschaft und bei Babys und Kleinkindern

Kinder und schwangere Frauen sind oft besonders von Mundgeruch betroffen – der Grund hierfür liegt jedoch weniger an der Ernährung oder an Wassermangel.


Mundgeruch in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft sorgt die hormonelle Umstellung bei Frauen dazu, dass sie für Zahnfleischentzündungen empfänglicher sind. Zahnfleischentzündungen weisen allgemein auf bakterielle Infektionen hin, weshalb eine gute Mundhygiene bei schwangeren Frauen noch wichtiger ist. Bei anhaltenden Problemen ist Ihre Zahnarztpraxis auch hier die beste Ansprechpartnerin.


Mundgeruch bei Kindern

Wie bei Erwachsenen ist bei Kindern oft mangelnde Mundhygiene oder Mundtrockenheit (z.B. durch Mundatmung) die Ursache für Mundgeruch. Hintergrund können beispielsweise ungenügend gepflegte kieferorthopädische Apparaturen oder Nasenpolypen sein.

Am besten sollten Eltern generell darauf achten, dass ihre Kinder genügend Wasser trinken und neben dem Zähneputzen auch die Zunge und die Zahnzwischenräume reinigen, bzw. dies aktiv unterstützen. Wenn das Problem trotz gründlicher Reinigung besteht, ist der Zahn- oder Kinderarzt die beste Anlaufstelle für eine Beratung.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Lebensmittel verursachen Mundgeruch?
Zu den bekannten und häufigsten Lebensmitteln, die als Auslöser gelten, gehören Knoblauch, Zwiebeln, Kaffee und eiweißhaltige Lebensmittel. Auch das Rauchen und zu wenig Wasser können schlechten Atem hervorrufen. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt Ursachen von Mundgeruch

Welche Krankheiten verursachen Mundgeruch?
Zwar gibt es einige akute und chronische Krankheiten wie Sodbrennen oder Magengeschwüre und sogar Stress, die bei Menschen als Auslöser gelten können. Die mit Abstand häufigste Ursache ist jedoch eine unzureichende Mundhygiene. Lesen Sie mehr zu den Ursachen von Mundgeruch

Warum habe ich Mundgeruch nach dem Schlafen?
Der Mund benötigt einen ausreichenden Speichelfluss, um geruchsbildende Bakterien aus der Mundhöhle zu verbannen. Beim Schlafen trocknet der Mund schnell aus, was wiederum einen schlechten Atem auslöst. Nach der Mundreinigung sollte der Mundgeruch am Morgen wieder verschwunden sein.

Damit Sie den Text besser lesen können, verzichten wir auf geschlechtsspezifische Sprachformen. Alle Personenbezeichnungen beziehen jegliche Geschlechter ein.